Trauredner auf Schloss Neuburg am Inn

Eine meiner ersten Trauungen fand im Schloss Neuburg am Inn statt. Damals wohnte ich noch in Passau, wohl noch nicht wissend, dass ich – ein paar Jahre später – genau hier in unmittelbarer Nähe dieses Schlosses am Inn meinen Hauptwohnsitz haben werde. Die Burg thront gegenüber der Burg Wernstein hoch über dem Inntal an der Grenze zu Österreich. Sie war einst Sitz der reichsunmittelbaren Grafschaft Neuburg. Das Schloss wurde 1050 von den Grafen von Formbach einige Kilometer innabwärts ihrer Stammburg erbaut. Sie benannten sich seither nach Neuburg. Heute ist Schloss Neuburg am Inn eine beliebte Location für Trauungen. Die imposante Burganlage wurde 1503–1550 durch den Passauer Baumeister Wolf Huber im Renaissancestil umgestaltet und eine weitläufige Gartenanlage wurde angelegt. Der Weg zur Vorburg führt von Norden durch den Blumengarten mit Grotte. Die Burg ist von einer Ringmauer umgeben, die mit drei Ecktürmen und einem Torturm bewehrt ist. Über eine Brücke aus dem Jahr 1707 gelangt man in die Hauptburg. Die gotische Burgkapelle, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, bietet sowohl für kirchliche wie auch für freie Trauungen eine traumhafte Kulisse. Die sogenannten Schönen Säle, die den ältesten Renaissance-Dekor nördlich der Alpen zeigen, können als Alternative (falls das Wetter nicht mitspielt) zum Feiern bestenfalls dienen. Im Salettl sind Fresken von Fritz Seitz von 1537 erhalten. Weitere Säle sind der große Rittersaal, der Weiße Marmor-Saal und der Rote Marmor-Saal. Wenn das Wetter es erlaubt, können Trauzeremonien im Barockgarten durchgeführt werden: Mehrere Callot-Figuren umrahmen den Weg, der zum Garten-Pavillon mit Muschel-Grotte führt, ein stilvolles Bauwerk, das von Batista Carlone und Giovanni Sforzza gestaltet wurde. Was für ein wunderbares Setup für eine Trauzeremonie im Freien! Nach der Trauung können die Hochzeitsgäste einen Spaziergang um die Burganlage herum über einen Rundweg durch den Wald machen.

MUSIKWÜNSCHE & TOP TRAUUNG-SONGS

Ihr heiratet also, und ihr plant die Zeremonie aber ihr seid noch nicht sicher, welche Musik ihr für die Trauzeremonie wählen solltet? Bekannte Songs, bringen unvergessliche, einzigartige Momente. Ob adaptierter Text oder im Original, ob weiblicher oder männlicher Song, Dein Wunsch wird individuell realisiert, damit dein traumhaftes feierliches Ereignis einmalig bleibt. Nachfolgend findet ihr eine kurze Liste traditioneller und moderner Lieder für jeden Teil der Zeremonie: Einzugsmusik: gespielt, wenn das Brautpaar angekündigt und/oder die Braut zum Altar/Ort der Zeremonie geführt wird: Bridal Chorus (Here Comes The Bride) – Wagner – Wenn ihr an eine Hochzeit denken, kommt euch dieses instrumentale Lied wahrscheinlich als erstes auf den Gedanken. Arrival of the Queen of Sheba – Handel – Dieses helle und lebhafte, nicht klassische Stück, das 1749 in London uraufgeführt wurde, ist ein weiteres traditionell geschätztes Einzugsstück. Only You – Joshua Radin – Dieses Yazoo-Cover ist ein melodisches Liebeslied mit einer weichen Männerstimme, das garantiert keine Augen trocken lässt. Craig Armstrong – Glasgow Love Theme – Der Komponist Craig Armstrong, der 2003 für den Einzug in Love Actually geschrieben hat, sagte, „dieses Lied wiederspiegelt die unerwiderte Liebe.“ Wie im Kino eben. Canon In D – Pachelbel – Der langsame Klassiker mit Violine, ideal für Brautjungfern, die den Gang hinunterlaufen. How Long Will I Love You – Ellie Goulding – Wieder so ein Stück Klassik. Can’t Help Falling in Love With You (cover) – Haley Reinhart – Nach dem dritten Platz auf American Idol machte Haley diesen 1961er Elvis Presley-Hit zu einem jazzigen Frauengesang, der für einen Extra-Gum-Werbespot ausgewählt wurde und weltweit Millionen von Ansichten gewann. Here Comes The Sun – Sleepy Time Players – 1969 von George Harrison während eines kurzen Urlaubs geschrieben, um vom Drama des Lebens zu erzählen Ein Gänsehaut-Song. Musik während der Trauung: wird gespielt während der Zeremonie, um die Highlights-Momente zum Ausdruck zu bringen: A Thousand Years – Christina Perri – schöne weibliche Stimme mit einem großen Crescendo-Playback, um alle in Stimmung zu bringen – hier in einer hervorragenden Interpretation. All Of Me – John Legend – melodische Männerstimme, die das unaufhaltsame Aufgeben der Liebe in einer Beziehung zum Ausdruck bringt – sehr beliebt. Ave Maria – Schubert – Wie in Disneys Fantasia zu hören ist, hilft diese ruhige und klassische Frauenstimme dabei, alle Aufmerksamkeit auf die anstehende Aufgabe zu lenken. Better Together – Jack Johnson – Ausgereifte männliche Stimme über das Wissen, dass ein Paar in der perfekten Beziehung befindet, die den Fuß zum Klopfen bringt und den Körper swingen lässt – wie in der Interpretation erwähnt. God Gave Me You – Blake Shelton – beiläufiger Country-Lied über Wertschätzung der Liebe und des Zusammenseins – interessante Geschichte hier. I’m Yours – Jason Mraz – Hawaiianisches Gefühl, entspannende Männerstimme mit einer Ukulele, erklärt, wie man seine eigene Meinung im Leben akzeptiert. Jesu, Joy Of Man’s Desiring – Bach – Dieses klassische Lied mit Streich- und Horn- Crescendos aus dem Jahr 1723, lässt euch wie Könige fühlen. Make You Feel My Love – Adele – Ein weibliches Standard-Lied, das ursprünglich […]

Il padre della sposa

Nell’esperienza dei molti matrimoni che ho vissuto durante la mia carriera di cerimoniere, ho sempre cercato di indovinare quali pensieri attraversassero la mente dei genitori negli istanti che precedevano il momento fatidico. Così è stato quel giorno, al castello di Seehof, vicino a Bamberg. Pioveva; una pioggia grigia, monotona e senza fine. Notai, all’arrivo, tre coppie che si spostavano nel cortile interno del castello, forse alla ricerca di un bello scatto fotografico da conservare come ricordo. Coppie frustrate, comprensibile… La mia coppia di sposi la trovai nell’ala sinistra del castello, vicino alla porta di una piccola cappella. Mentre il miglior amico della sposa e la damigella d’onore mi salutavano, gli ospiti si radunarono intorno agli sposi scattando foto con i loro cellulari. Lì c’era anche Carmelo, il padre della sposa. Molto, molto orgoglioso di sua figlia, la sua bambina… Non avevo mai visto un papà così fiero prima di allora. Carmelo non vedeva la pioggia (credo). Aveva occhi solo per Lei. La passeggiata lungo il corridoio Peccato che il percorso per arrivare all’altare della piccola cappella fosse troppo breve. Non più di cinque, sei metri, tanto che la sposa avrebbe avuto appena il tempo di girarsi una volta verso sinistra, una volta verso destra. Era da più di vent’anni che Carmelo aspettava questo momento. E ora? Solo dieci secondi per accompagnare la sua bambina lungo il corridoio. No! Avevamo a disposizione il passaggio barocco di circa 40 -50 metri, nel cortile, fino alla porta della cappella. Accompagnai fuori dalla cappella tutti i fotografi, videografi e chi con il cellulare cercava di riprendere insieme ai musicisti che suonavano e lasciai Carmelo accompagnare il suo tesoro lungo il corridoio interno. Lentamente… “piano, piano Carmelo!” Godete visibilmente della passeggiata, fino alla porta della cappella e, per pochi passi ancora, fino all’altare. Prima di lasciare la sua bambina allo sposo, le aggiustò la collana, forse un gioiello di famiglia?

You Are What You Wear!

Ich erinnere mich noch, das war im Jahre 1995 in der Kapelle des Palazzo Cardinal Cesi in Rom, als ich die schwarze Kutte bekam. Ich war sehr aufgeregt aber auch bewegt, weil das Stück Klerikerkleidung samt Collarhemd, mir das Gefühl vermittelte, soweit angekommen zu sein. „Corporate Fashion“ würde ich in moderner Sprache übersetzen. Meine erste „Rednerkleidung“. Es geht in diesem Beitrag um Fashion. „Mode ist eine subtile Sprache. Wer ihr Vokabular beherrscht, gewinnt die Herzen der Menschen“. „You Are What You Wear“ heißt es doch. In Schwarz fühlte mich wohl, die Farbe präzisierte mein Status, wobei Schwarz – im Sinne von Fehlen von Licht – keine Farbe ist.Meine ersten freien Trauungen führte ich in meinem schwarzen Anzug durch. Es war OK, es gab damals ein paar Kollegen und fast alle trugen dezente Farben. Ultra Violet – PANTONE Farbe des Jahres… war noch kein Thema. Den ersten gedruckten Katalog mit Trendfarben durfte ich erstmals vor 10 Jahren in einer Werbeagentur zu Gesicht bekommen. Anthrazitgrau – das wurde mein erster mutiger Schritt. Ich habe mir einen anthrazitgrauen Anzug gekauft. Das passierte nach einem E-Mail-Wechsel mit einer nun in dem Geschäft der modernen Hochzeiten-Ära angekommene „trendige“ Rednerin. Mein ehrwürdiger schwarzer Anzug, als Gegensatz zu den pastellfarbenen Outfits der Dame, war nicht mehr aktuell. Ich passe mich wie ein Chamäleon meiner Umgebung an. Blogs wie Hochzeitgezwitscher, Foreverly oder Hochzeitswahn geben den Geschmack vor. Die Bräute erscheinen am Hochzeitstag in Greenery-Kleider, die Bräutigame in Lila-Anzüge. Die Braut in Weiß, in der Hand ein Vintage Blumen Strauss und Fliege im Rockabilly Style der 50er (weiß mit roten Punkten) für den Bräutigam. „Die besten Trauredner“ auch – bunter wie eh und je. Trachtenmode finde ich auch großartig, ziehe aber niemals an, weil zu meinem Typ definitiv nicht passt. Ich bin weder Hochzeitslader noch Geselle auf der Walz. Heute habe ich mir einen neuen Anzug gekauft. Farbe? Ein mutiges Marineblau:-) I am What I Wear!

Eine Hybrid Trauzeremonie

Als die Wedding Planerin R. vor ca. 1 Jahr, mir die Anfrage schickte, wusste ich noch nicht, was auf mich zukommen würde: „Lieber Ino, für nächstes Jahr bräuchte ich noch einen freien Redner für ein ganz liebes Brautpaar: S & M heiraten am 07.09.18 im soundso… Sie wünschen sich eine christlich geprägte Trauung. Da der Bräutigam nicht in der Kirche ist, der Braut eine Art kirchlicher Segen allerdings wichtig ist, haben wir uns eine Kapelle in der Nähe der Location ausgesucht. Der Pfarrer dort ist recht umgänglich und für freie Trauungen auch offen. Hättest Du da vielleicht noch Zeit?“ Ja, ich hatte Zeit und Lust dazu. Nur eines wusste ich nicht – der Pfarrer war weniger begeistert… Ca. 6 Monate später kam das Protokoll-Formular. Ein Dokument das vom Pfarrer zu Pfarrer geschickt wird, um sicher zu stellen, dass alles kirchenrechtlich konform abläuft.Zwei wesentliche Dinge waren NICHT KONFORM. Der Bräutigam war ausgetreten und der Priester kein aktiver Priester, sondern aktiver Trauredner. Einige Versuche das Pfarramt und die Rechtabteilung zu Freigabe zu bewegen schlugen fehl. Sackgasse! R bat mich um eine Lösung… Ich ruf J aus W an und fragte, ob er einen Gottesdienst an diesem Tag bei uns in Dt. halten kann. Ja gerne, antwortete er mit seiner lauten R-rrrrollenden Stimme. J hatte ich seit über 20-oder-so-Jahren nicht mehr gesehen. Bingo! Die Kirche im Bay. Wald stand nun für uns („amtlich“ schrieb mir R erleichtert) zur Verfügung. Das Paar überglücklich, J und ich auch denn…Wir waren früher Klassenkameraden und nun richtig happy, uns wiederzusehen. Und wir haben inzwischen unsere gemeinsame „Hybrid-Trauzeremonie“ gestaltet. Eine nahtlos in den Gottesdienst integrierte Freie Trauung, oder doch eine kath. Messe an die weltliche Trauzeremonie angepasst? Wir haben sie gemeinsam „konzelebriert“. Ich kann nicht sagen, wer glücklicher war, das Brautpaar oder „wir“. Im Abschluss haben wir das Paar gemeinsam gesegnet (mit gestreckten Händen über das Brautpaar nach kirchlicher Art). Und bevor das „Amen“ am Ende gesprochen wurde, hat J noch ein Selfie vorm Altar mit uns Glücklichen geknipst. Danke J! Renata Thaller Lieber Ino, es war ein einmaliges Erlebnis mit Euch beiden – ich schwebe immer noch auf irgendeiner Wolke… Unfassbar, wie wunderschön Ihr beiden die Trauung für unser Brautpaar gestaltet habt. Es war wirklich magisch, einmalig und wunderschön. Ein Gänsehautmoment nach dem anderen! Auch wenn ich schon viele Trauungen miterlebt habe, sowas wie am Freitag habe ich noch nie erlebt! Ihr beiden wart so harmonisch zusammen, man hat richtig gespürt, wieviel Freude Euch diese besondere Trauung bereitet hat. Tausendmal DANKE dafür, dass Du Dich um diese außergewöhnliche Lösung bemüht hast und Ihr es so einmalig gestaltet habt. Mir fehlen echt die Worte… Ich bin so froh, dass wir für die beiden einen einmaligen Tag zusammen gestaltet haben. Von dieser Trauzeremonie werden sowohl das Brautpaar, als auch die Gäste (und ich natürlich auch) noch viele Jahre erzählen!!! Danke, danke, danke!!!

Wedding School

Teil 1: B2B – Beruf2Berufung Durch die vor einiger Zeit auf FB entdeckten zwei Aussagen einer angehenden Traurednerin sehe ich mich wiedermal veranlasst, dieses Thema in einem Posting zu behandeln. Inzwischen wurde die Formulierung korrigiert, darum hier nur ein Zitat (aus Erinnerung): „Da jeder als (Hobby) Redner bei einer Trauung die Rede halten kann, braucht man eigentlich keine Ausbildung dazu“ […] und „Ich habe eine Traurednerausbildung mit IHK-Abschlusszertifikat absolviert“. Dieser Antagonismus hat mich platt gemacht, hier zwei Schlussfolgerungen: 1. Wenn eine*er keine Ausbildung brauch, braucht er*sie auch kein Abschlusszertifikat. 2. Wenn eine*er ein Zertifikat erworben hat und danach meint, man braucht keine Ausbildung, entwertet er*sie sein*ihr erworbenes Zeugnis – IHK hin oder her. Wer ist der Trauredner? Eine Analyse. Drei klassische Roots sind ursprünglich zu betrachten. Die des Pfarrers, der traditionsgemäß Leute im Namen des „Gott-Vaters “ in die Ehe katapultierte. Die des Standesbeamten, der Eheleute im Namen des „Vater-Landes“ in die Ehe bestätigte und auch die des Humanisten, der im Namen einiger „Väter der Philosophie“, Pärchen ins humane Eheglück förderte. Um es im weihnachtlichen Jargon auszudrücken, waren es immer diese 3 am Werk: der Heilige Nikolaus (aus Bayern), der Weihnachtsmann (aus Amerika) und Väterchen Frost (vor allem im Osten aktiv). Drei Personas mit gleicher Mütze. Wer der Erfinder des modernen Trauredner-Modells ist, ist umstritten. Jeder beansprucht für sich, das Modell erfunden zu haben. Nun ist doch egal, wer es erfunden hat. Zu betrachten ist die sehr dynamische Entwicklung und die Vielfalt in der Eheschließungsbranche. Nischen wurden von Journalisten, Pädagogen, Krankenschwestern, Beratern, Fluglotsen, Schauspielern, Sänger – sogar Bänker stiegen um, bis zur Friseurin die mit haarsträubenden Reden begeistert, besetzt. Und jeder bringt seine Talente mit, was in der immensen Nachfrage nach freien Trauungen widerspiegelt. Alles klar! Nun sich selbst abzuwerten und sagen: „weil jeder als Hobby-Redner bei einer Trauung die Rede halten kann, braucht man eigentlich dazu keine Ausbildung“, ist sogar einem freien Geist wie mir zu viel abverlangt. Wie es dazu kommen konnte? Das erzähle ich am 3. Adventswochenende. Denn ich knüpfe mir das Thema „Wedding School“ an. Teil 2: Wedding School “The Russian writer Dostoyevsky said: “To enter marriage is to enter a school of love.” That is right, you “enter” marriage, you don’t just arrive, or go in, or begin. No, you “enter.” You enter in the proper way, with a certain formality, dignity, and forethought.” Dieser Absatz stammt aus einer Hochzeitsansprache eines englischen Freundes, eine Ansprache die mich später prägte. Dostoyevsky beschreibt die Ehe in dem er sie mit einer „school of love“ vergleicht. Sicher, er meinte damit „das Lernen in der Partnerschaft“ und nicht eine real existierende Schule. Ich nehme ein paar Schlüsselwörter daraus die für diejenigen gelten, die sich vorgenommen haben, Trauredner auszubilden. Eine „school“ betritt man (you enter). Man betritt die Schule in geeigneter Weise (in the proper way). Das heißt vorbereitet sein, mit allen Qualitäten die der Beruf des Ritualgestalters verlangt: Charisma, künstlerische Fähigkeiten, Idealismus, Balance und Empathie und vor allem Kommunikationstalent. Zeremonien durchführen ist Medium, man kann dadurch viel Positives transportieren aber […]

WAS IST EINE FREIE TRAUUNG?

Ausgiebige Recherchen und die Suche nach Informationen im Internet sind für die meisten von uns zur täglichen Routine geworden. Wer in den heutigen Tagen seine Hochzeit plant und sich auf die Suche nach Dienstleister für seinen schönsten Tag begibt, geht standardgemäß ins Internet und googelt. Tippt man das Keyword „hochzeit“ in der Suchleiste ein, bekommt man innerhalb von Millisekunden ungefähr 98.400.000 Ergebnisse: Alles für den schönsten Tag – Location, Floristen, Band, Schmuck, und… „was ist eine Freie Trauung?“ Wieso erscheint der Begriff so oft in Frageform?Ganz simpel. Auf zahlreichen Plattformen und Internetseiten von Trauredner gibt es den obligatorischen Standard Beitrag, der uns erklärt, was das ist. Immer unter der Rubrik: „Was ist eine Freie Trauung?“ Ich verzichte also auf meine eigene erleuchtende und überflüssige Erklärung und möchte mir in Negativform die Frage stellen: Was eine „Freie Trauung“ nicht ist. Ein BeispielDie deutsch-amerikanische Hochzeit am Comer See letztes Jahr: Der italienische DJ wusste wenig darüber, was hier gleich passieren wird. Er zeigte mir die Song-Liste und fragte mich erstaunt, was ich bei der Veranstaltung für eine Funktion innehabe. Ich erklärte ihm, dass ich eine „Freie Trauung“ (it:matrimonio libero) durchführen werde. Seine Reaktion war, als wäre ich von einer anderen Galaxie gelandet…Nun war „Freie Trauung“, trotz mot-à-mot-Übersetztung, kein Begriff für ihn. Also musste ich ihm eben erklären, was eine „Freie Trauung“ nicht ist. Keine Hochzeitsparty nach der Kirche, keine elegante Feier unter Freunden am Ufer des Comer Sees, keine Junggesellen Abschiedsparty, keine Bridal-Shower-Party oder Ähnliches. Auch die Synonyme, die mir einfielen, halfen nicht weiter. Schließlich erklärte ich ihm, dass die Braut aus Amerika kommt und dort ist es in der Mode, nicht in einer Kirche zu heiraten. „OK, un matrimonio all’americana!“. Das wusste er: Eine „Trauung auf amerikanische Art“. Und wie oft werden solche „amerikanische Hochzeiten“ am Comer See gefeiert, wollte ich wissen. „Bei uns heiraten Leute in der Kirche“, war seine lapidare Antwort. Und mir wurde abermals bewusst, wie toll es sei, in einem Land zu leben, wo interkulturelle, interkonfessionelle und humanistische Bewegungen sich treffen und gegenseitig beeinflussen. Etwas „Freies“ zu gestalten, ja sogar eine Trauung durchzuführen – die traditionellerweise nur von den Kirchen bzw. Standesämter zu vollziehen seien – ist Realität geworden. Euer Theologe und Trauredner,

Grenzenlos per Skype

Grenzenlos Endlich Mai. Für mich die schönste Zeit im Jahr, nicht allein wegen der Natur: Wieder draußen im Garten frühstücken zu können ist für mich und meine Frau das schönste Erlebnis. Und ja, die Hochzeitssaison beginnt mit all der Hoffnung eines Theologen, der am nächsten Samstag ins Auto einsteigt und sich auf den Weg zu ersten Trauung des Jahres macht. Wie jedes Jahr, seit vielen Jahren. Ich sitze vor dem Bildschirm und gehe meine Paare durch. Dieses Jahr scheint moderater zu werden. Es gab wilde Jahre in denen ich nicht mehr wusste, ob ich alles schaffen kann, es gab Jahre auch in denen weniger los war. Da merke ich allmählich, dass ich reifer geworden bin und viel entspannter der Saison entgegentrete. Also planmäßig ist das Jahr 2017 abgeschlossen, alle Paare im Ordner nach Name, Hochzeitsdatum, Location und Sprache sortiert. … Und „bling, bling“, im unteren rechten Eck des Bildschirms – da wo sich die neuen E-Mails mit einem klirrenden Geräusch ankündigen – hat sich eine neue Anfrage durchgeschlichen. „Sehr geehrter Herr so und so, in zwei Wochen planen wir unsere Hochzeit…. Normalerweise lösche ich solche kurzfristigen Anfragen auf der Stelle. Wenn mir diesmal nicht die Namen des eingehenden Brautpaares ins Auge gefallen wären: Yves & Fabia. Also ein Franzose und eine Italienerin!? Solchen Anfragen kann ich mich nicht wiedersetzen, egal wie kurzfristig, egal wie weit und ob überhaupt machbar… Ich sage ihnen zu. SKYPE. Es gibt doch dieses wunderbare Tool dem gegenüber ich immer skeptisch war. Beim skypen entpuppt sich der Franzose als waschechter Berliner, Fabia ist Italienerin. Wir verstehen uns sehr gut, sie sind mir sympathisch, ich bin ihnen sympathisch – ich putze die Linse meiner Bildschirmkamera jeden Tag, um im skypenfall, mich im besten Licht zu zeigen. Yves & Fabia skypen über ihr Handy – ich sehe in dem schmalen Bild die rechte Gesichshälfte von Fabia und die linke Hälfte von Yves – oder andersrum? Ich mag sie, also geht’s los. Turbo-Vorbereitungen, von Null auf Hundert in zwei Wochen. Alles per SKYPE. Jetzt ein Tag vor der Trauung bin ich happy. Es hat sich für mich gelohnt: Wiedermal eine echte Geschichte, die über fünf Länder, zig Umzügen und drei Sprachen, kompakt auf Deutsch und Italienisch. Yves & Fabias Trauung findet in München statt. Kein überzogenes Festival. Keine abgestimmten Farben der Bridemaids-Kleider, keine coole Best Men in Vintage Look, keine atemberaubenden Strände und Landschaften rund herum. Ein typisch Münchener Biergarten mit einer stilvollen Villa in der Mitte. Und das Wetter? Laut wetter-dot-com heute, Regen. Scheibenkleister! Irgendwie erhofft sich jedes Paar, seinen schönsten Tag nicht unterm Regenschirm zu verbringen. Und damit es soweit nicht kommen muss, würde ich mein Smartphone in die Hand nehmen und Petrus anrufen, via SKYPE versteht sich. Fabia, eine waschechte Römerin hat das Berliner Regenwetter nicht verdient, „Wasser-bringt-Glück“-Spruch hin oder her. Eine Stunde Sonnenschein am Nachmittag, du lieber Petrus, bitte! Per SKYPE erreiche ich Ihn nicht, aber ein frommer Gedanke (während der Fahrt) kann Wunder bewirken. Et voilá: per Whatsup erreicht mich die Nachricht von meiner […]

Pfarrer, freier Pfarrer, freier Theologe, Zeremonienleiter, Redner, Hochzeitsredner oder Trauredner?

Design by freepik.com   Die Trauung und ihre Reise von dem Traualtar in die Rockerbude Ganz in Weiß, mit einem Blumenstrauß, auf einer Bühne zu stehen und bewundert zu werden. Noch immer bedeutet die Trauung für viele ein großes Ereignis, mit strahlenden Augen das „Ja“-Wort zu sprechen, um den Bund fürs Leben zu schließen. Dass viele Menschen die Ehe mit romantischen Vorstellungen wie Liebe und Zärtlichkeit verbinden, ist eine Entwicklung des 18. Jahrhunderts. In Wirklichkeit war die Ehe ursprünglich eine pragmatische Angelegenheit, die sich im Laufe der Geschichte als Institution etabliert und in allen Kulturen verbreitetet hat. Mit diesem Beitrag möchte ich keinesfalls einen Excursus in die Geschichte der Ehe führen, eher möchte ich mir die Frage stellen: Wie sich die zeremonielle Form der Eheschließung, also der Trauzeremonie in unserer Zeit entwickelt, welche Einflüsse tragen dazu bei, dass sich der Trend von dem verbindlichen und in religiösen Kreisen eingebetteten Trauritual zu der freien (freigestalteten) Trauung sich so rasant entwickelt. Weg vom Pfarrer und hin zum Freien Theologen Es wäre ohnehin falsch, „Versäumnisse“ vonseiten der religiösen Verbände als Argument zu bringen, um das Phänomen der freien Trauung zu erklären. Viele Brautpaare trauen sich in letzter Zeit jedoch nicht mehr vor dem Altar, in Anwesenheit eines Priesters/Pastors, weder in der Kapelle noch draußen im Freien – angenommen die eine oder andere Denomination es auch zulassen würde. Es ist nicht länger aktuell, es ist einfach nicht „cool“. Wer braucht denn noch Verbindlichkeiten, die aus einer gezwungenen Zugehörigkeit entstehen? So fing es irgendwann mit den Freien Theologen an. Sie haben Erfahrung, brachten sogar eine angemessene Ausbildung oder Theologiestudium mit, sie sahen sich aber nicht mehr (warum auch immer) an die Kirche gebunden, sie lehnten die liturgischen Vorschriften ab. Und dennoch, sie beanspruchten den Tiefgang und sogar eine gewisse Verbindlichkeit wessen Wurzel in der Überzeugung lag, dass Selbstbestimmung wichtiger als die Dogmen sei. Dieser erste Schritt der “Befreiung“ löste vor ca. zehn Jahren einen richtigen Boom aus. Viele, die aus der Kirche ausgetreten waren und sich nicht länger betreut fühlten, sahen darin einen Ausgang, um Taufe, Trauung ja sogar ein feierliches Bestattungsritual für Angehörigen zu bekommen. Weil selbstschaffende Theologen sich sowohl für kirchlich-ähnliche wie auch für weltliche Ritualgestaltung offen zeigten und frische Ideen einbrachten, entwickelte sich die Freie Trauung immer mehr zum Life-Style-Ereignis und gewann peu à peu an Beliebtheit. Die Trauung ist aus dem Schatten des Kirchenturms hinausgetreten. Der Freie Theologe mutiert zum Redner Die Medien greifen das Thema an. Gut geeignet für die nachmittägliche Tele-Unterhaltung werden nun Formate entwickelt die echte Gefühle zeigen sollten. „Love is in the air“ sells. So tauchen nun selbsternannte freie Theologen in ungewöhnlichsten Posen und Locations, mit bahnbrechenden Reden in Fernsehen und in Berichten der Fachpresse auf. Der Beruf des „Zeremonienleiters“ „Hochzeitsredners“, des “Trauredners“ und des „Zeremonie-Designers“ ist geboren. Eigentlich nichts Neues, wenn man drüben auf den neuen Kontinent schaut. Der Begriff „Freier Theologe“ ist nicht weiter notwendig, „Trauredner“ ist das neue Wunderwort auf zahlreichen Online-Plattformen. Die Trauung ist multimedial geworden. Jeder darf Zeremonienleiter sein Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, […]