Freier Theologe v. Freier Trauredner

Zitat aus einem …/hochzeits-forum/

User X: „Ich muss allerdings zugeben, dass mich das Wort Theologe zwar etwas abschreckt, weil wir absolut nichts Kirchliches in unserer Trauung wollen, aber ich glaube dazu sagtest du (User Y) auch schon was.“ […]

User Y: „Ich hatte Dir ja schon mal eine PN zu Deiner ersten Frage nach diesem Thema geschickt, aber ich schreibe hier auch gerne nochmal etwas für die „Öffentlichkeit“.
Zunächst mal kann ich mir schwer vorstellen, dass „freie Theologen“ prinzipiell günstiger sind als „freie Redner“. Schließlich kann sich jeder Honk „Redner“ nennen, wogegen die freien Theologen immerhin ein Studium haben. Zumindest kenne ich das so. […] Ich würde daher sogar eher davon ausgehen, dass die freien Redner (zumindest die ohne spezifische Ausbildung… sicher wirds da auch genug mit akademischer Ausbildung geben, Philosophen etc.?) günstiger sind.” […]

Lieber User X, das Wort Theologe sollte dich nicht abschrecken. Es ist eine Berufsbezeichnung, es definiert die Natur der Arbeit, die eine Person ausübt, nicht aber die Orientierung dieser Person. Wenn der Theologe auf das „Kirchliche“ reduziert wird, sollte man – in gleichen Kategorien denkend – dasselbe über den „Redner“ behaupten und sagen: er „redet“ nur. Eine (Trau)Zeremonie ist nach meinem Verständnis mehr als nur eine „Rede“. Sie besteht aus Wort, aus Stille, aus Gesang, aus Handlungen etc.
So gesehen, läuft es darauf hinaus zu behaupten, dass ein Redner statisch vor seinem Pult steht und referiert, während der Theologe mit einer Sprühdose voller Bibelzitaten umherläuft und Paare mit „Segnungen“ besprüht.

Hallo User Y, es sind immer die Menschen, die den Unterschied ausmachen. Für manches Paar ist die Zeremonie wichtiger als für manch anderes. Manche setzen die Arbeit des Zeremoniegestalters ganz oben auf der Prioritätenliste, andere betrachten sie allgemein als Dienstleistung. Dementsprechend sind sie auch unterschiedlich bereit, die Vorbereitungen und die Durchführung ihrer Trauung zu entlohnen.

About the author: Inocentiu Fron