Der Hochzeitsfotograf

Stellt euch dieses Szenario vor: Die Trauung in der Kirche geht in dreißig Minuten los. Der Pfarrer bereitet seine Manuskripte vor und sortiert die Blätter am Pult, während, irgendwo im Chorempore, die Sängerin vor dem Singen ihre Stimme aufwärmt. Die meisten Gäste sind auch schon da und warten ungeduldig…Jetzt passiert folgendes: Der Fotograf stürmt rein, sein Stativ an die Schulter stemmend, läuft direkt zum Geistlichen hin und sagt ihm unverblümt, er soll bitteschön sein Pult wegräumen; er platziert seine professionelle Standkamera hin, drückt dem Pastor ein weißes Blatt in die Hände, sagt ihm, er soll für ein paar Sekunden stillhalten und stellt die „White Balance“ mit seinem HD-Signalgenerator ein… Sowas wird in einer Kirche niemals geschehen, doch das ist mir bei einer frei gestalteten Zeremonie widerfahren. Ein Einzelfall, ich will damit die Zunft der Fotografen nicht in Mitleidenschaft ziehen oder ihr Verhalten pauschalisieren. Hierarchien oder – wer darf wen begleiten?Der Standesbeamte begleitet das Brautpaar bei der staatlichen Form der EheschließungDer Vater begleitet seine Tochter zum AltarDie Brautjungfern begleiten die Braut beim EinzugDer Trauredner begleitet das Hochzeitspaar und führt durch die TrauungDie Band darf musikalisch die Zeremonie begleitenDie Wedding Planerin begleitet die Hochzeitsgesellschaft durch den TagDer Fotograf begleitet all diese Menschen und sorgt für bleibende Eindrücke Der Mensch ist nie und an keiner Stelle ein Gleicher unter Gleichen. Es ist ein wenig so, wie bei George Orwells „Farm der Tiere“, in der am Ende alle Tiere gleich – aber manche eben gleicher sind als andere. Und warum? Ganz einfach, weil wir unsere Gesellschaften, unsere Familien, unsere Welt und unser Leben in Hierarchien unterteilt haben. Wer an welcher Stelle welche Funktion ausübt, ist durch geschriebene oder ungeschriebene Gesetze festgelegt und konsensual geregelt.In diesem Sinne ist es die Aufgabe des Zeremonienleiters durch die Trauung zu führen: sei er Pfarrer, Diakon, Freier Theologe oder weltlicher Trauredner. Als solcher übt er seine Aufgabe mit der „Kraft des Amtes“ (wenn man das Prinzip analog auch der freien Zeremonie zusprechen dürfte) und sorgt dafür, dass der Akt Gewicht bekommt ohne dessen die Authentizität und Würde der Feier nie zustande kommen könnte. Respektvoll miteinander umgehenGilt für alle Mitbeteiligten, auch für den Fotografen, dem ich während der Trauzeremonie viel Bewegungsfreiheit gestatte. Die meisten Fotografen, die ich in den letzten 10 Jahren kennenlernen durfte, waren äußerst professionell: respektvoll, diskret, freundlich, pünktlich, fachlich gut vorbereitet. Ein Beleg dafür sind die vielen wunderschönen Aufnahmen, die meine Brautpaare mir zugeschickt haben. Denn eines ist klar: Wir alle sind da, um eben das Paar zu zelebrieren und nicht uns selbst. Euer Theologe und Trauredner,

Falling in Love

Was mich seit einiger Zeit beschäftigt ist folgende Frage: Was fühlt man(n) als Trau- oder HochzeitsrednER in den 5 bis 15 oder mehr Minuten, als der Einzug der Braut stattfindet? Flash-back. Vor ca. 35 Jahren stand ich, gemeinsam mit anderen 17-Jährigen, regelmäßig sonntags auf der Empore einer Kathedrale und sang im Chor bei der Messe des Bischofs um die Wette. Jedes Mal, wenn meine Schwester mit ihrer Schar von Freundinnen die Kirche betrat, sind mir die Musiknoten aus dem Blickfeld verrutscht… Flash-forward. Nach all den Jahren spreche ich darüber – als Trauredner, aus eigenem Winkel, nur aus meiner Erfahrung. Nicht über Liebe, Freude, Spaß & Co. des Brautpaares das sich so wundervoll das Ja-Wort an der traumhaften so-und-so Location gibt. Nein, über mich selbst. Ich stehe an dem Samstag wieder voll konzentriert vor dem versammelten Publikum, Bräutigam neben mir, und da erscheint sie – die schöne Braut. Was der Bräutigam bei dem Anblick fühlt, darüber wird genügend in Blogs gepriesen. Ich drehe den Blinkwinkel 180 Grad zu mir selbst rüber und erzähle, was in mir passiert: als Profi (mit gründlicher zölibatärer Ausbildung) kann ich diese Wand der Gelassenheit und Neutralität auf Knopfdruck herzaubern. Hinter dem Vorhang stehe ich als Mann. Ein sensibles Thema, denn… Was wenn ich diese Frau (die Braut) mit den Augen eines Mannes sehe? Also nicht als Dienstleister (Trauredner) oder (schlimmer noch) als katholischer Zelebrant mit noch so (verpassten) Keuschheitsgelübde im Rucksack. Die Braut wird in Empfang genommen, ich lade sie (das Paar) festlich, sich Händchen haltend hinzusetzen und passiert folgendes: Das Dekolleté der Braut enthüllt die perfekten Brüste, den perfekten Teint, die samtweiche Haut, sie hebt den Kopf und schaut mich an, ein Schmollmund, ein geheimnisvolles Lächeln, die wunderschönen großen Augen suchen nach Zeichen der Bewunderung. Ich denke, sie will von den Freunden bewundert, von den Freundinnen „beneidet“, von dem Bräutigam geliebt sein. Von mir will sie die perfekte Traurede. Nicht nur, sie verlangt von mir, den Zauber der Stunde aufrecht zu erhalten, länger als nur diese 45 oder mehr Minuten. Sie schickt die Signale in meine Richtung, NICHT FÜR MICH – ich muss ihre Botschaft nur fangen und wie ein Spiegel an die Gäste zurück abwerfen.

WAS IST EINE FREIE TRAUUNG?

Ausgiebige Recherchen und die Suche nach Informationen im Internet sind für die meisten von uns zur täglichen Routine geworden. Wer in den heutigen Tagen seine Hochzeit plant und sich auf die Suche nach Dienstleister für seinen schönsten Tag begibt, geht standardgemäß ins Internet und googelt. Tippt man das Keyword „hochzeit“ in der Suchleiste ein, bekommt man innerhalb von Millisekunden ungefähr 98.400.000 Ergebnisse: Alles für den schönsten Tag – Location, Floristen, Band, Schmuck, und… „was ist eine Freie Trauung?“ Wieso erscheint der Begriff so oft in Frageform?Ganz simpel. Auf zahlreichen Plattformen und Internetseiten von Trauredner gibt es den obligatorischen Standard Beitrag, der uns erklärt, was das ist. Immer unter der Rubrik: „Was ist eine Freie Trauung?“ Ich verzichte also auf meine eigene erleuchtende und überflüssige Erklärung und möchte mir in Negativform die Frage stellen: Was eine „Freie Trauung“ nicht ist. Ein BeispielDie deutsch-amerikanische Hochzeit am Comer See letztes Jahr: Der italienische DJ wusste wenig darüber, was hier gleich passieren wird. Er zeigte mir die Song-Liste und fragte mich erstaunt, was ich bei der Veranstaltung für eine Funktion innehabe. Ich erklärte ihm, dass ich eine „Freie Trauung“ (it:matrimonio libero) durchführen werde. Seine Reaktion war, als wäre ich von einer anderen Galaxie gelandet…Nun war „Freie Trauung“, trotz mot-à-mot-Übersetztung, kein Begriff für ihn. Also musste ich ihm eben erklären, was eine „Freie Trauung“ nicht ist. Keine Hochzeitsparty nach der Kirche, keine elegante Feier unter Freunden am Ufer des Comer Sees, keine Junggesellen Abschiedsparty, keine Bridal-Shower-Party oder Ähnliches. Auch die Synonyme, die mir einfielen, halfen nicht weiter. Schließlich erklärte ich ihm, dass die Braut aus Amerika kommt und dort ist es in der Mode, nicht in einer Kirche zu heiraten. „OK, un matrimonio all’americana!“. Das wusste er: Eine „Trauung auf amerikanische Art“. Und wie oft werden solche „amerikanische Hochzeiten“ am Comer See gefeiert, wollte ich wissen. „Bei uns heiraten Leute in der Kirche“, war seine lapidare Antwort. Und mir wurde abermals bewusst, wie toll es sei, in einem Land zu leben, wo interkulturelle, interkonfessionelle und humanistische Bewegungen sich treffen und gegenseitig beeinflussen. Etwas „Freies“ zu gestalten, ja sogar eine Trauung durchzuführen – die traditionellerweise nur von den Kirchen bzw. Standesämter zu vollziehen seien – ist Realität geworden. Euer Theologe und Trauredner,

Grenzenlos per Skype

Grenzenlos Endlich Mai. Für mich die schönste Zeit im Jahr, nicht allein wegen der Natur: Wieder draußen im Garten frühstücken zu können ist für mich und meine Frau das schönste Erlebnis. Und ja, die Hochzeitssaison beginnt mit all der Hoffnung eines Theologen, der am nächsten Samstag ins Auto einsteigt und sich auf den Weg zu ersten Trauung des Jahres macht. Wie jedes Jahr, seit vielen Jahren. Ich sitze vor dem Bildschirm und gehe meine Paare durch. Dieses Jahr scheint moderater zu werden. Es gab wilde Jahre in denen ich nicht mehr wusste, ob ich alles schaffen kann, es gab Jahre auch in denen weniger los war. Da merke ich allmählich, dass ich reifer geworden bin und viel entspannter der Saison entgegentrete. Also planmäßig ist das Jahr 2017 abgeschlossen, alle Paare im Ordner nach Name, Hochzeitsdatum, Location und Sprache sortiert. … Und „bling, bling“, im unteren rechten Eck des Bildschirms – da wo sich die neuen E-Mails mit einem klirrenden Geräusch ankündigen – hat sich eine neue Anfrage durchgeschlichen. „Sehr geehrter Herr so und so, in zwei Wochen planen wir unsere Hochzeit…. Normalerweise lösche ich solche kurzfristigen Anfragen auf der Stelle. Wenn mir diesmal nicht die Namen des eingehenden Brautpaares ins Auge gefallen wären: Yves & Fabia. Also ein Franzose und eine Italienerin!? Solchen Anfragen kann ich mich nicht wiedersetzen, egal wie kurzfristig, egal wie weit und ob überhaupt machbar… Ich sage ihnen zu. SKYPE. Es gibt doch dieses wunderbare Tool dem gegenüber ich immer skeptisch war. Beim skypen entpuppt sich der Franzose als waschechter Berliner, Fabia ist Italienerin. Wir verstehen uns sehr gut, sie sind mir sympathisch, ich bin ihnen sympathisch – ich putze die Linse meiner Bildschirmkamera jeden Tag, um im skypenfall, mich im besten Licht zu zeigen. Yves & Fabia skypen über ihr Handy – ich sehe in dem schmalen Bild die rechte Gesichshälfte von Fabia und die linke Hälfte von Yves – oder andersrum? Ich mag sie, also geht’s los. Turbo-Vorbereitungen, von Null auf Hundert in zwei Wochen. Alles per SKYPE. Jetzt ein Tag vor der Trauung bin ich happy. Es hat sich für mich gelohnt: Wiedermal eine echte Geschichte, die über fünf Länder, zig Umzügen und drei Sprachen, kompakt auf Deutsch und Italienisch. Yves & Fabias Trauung findet in München statt. Kein überzogenes Festival. Keine abgestimmten Farben der Bridemaids-Kleider, keine coole Best Men in Vintage Look, keine atemberaubenden Strände und Landschaften rund herum. Ein typisch Münchener Biergarten mit einer stilvollen Villa in der Mitte. Und das Wetter? Laut wetter-dot-com heute, Regen. Scheibenkleister! Irgendwie erhofft sich jedes Paar, seinen schönsten Tag nicht unterm Regenschirm zu verbringen. Und damit es soweit nicht kommen muss, würde ich mein Smartphone in die Hand nehmen und Petrus anrufen, via SKYPE versteht sich. Fabia, eine waschechte Römerin hat das Berliner Regenwetter nicht verdient, „Wasser-bringt-Glück“-Spruch hin oder her. Eine Stunde Sonnenschein am Nachmittag, du lieber Petrus, bitte! Per SKYPE erreiche ich Ihn nicht, aber ein frommer Gedanke (während der Fahrt) kann Wunder bewirken. Et voilá: per Whatsup erreicht mich die Nachricht von meiner […]

Pfarrer, freier Pfarrer, freier Theologe, Zeremonienleiter, Redner, Hochzeitsredner oder Trauredner?

Design by freepik.com   Die Trauung und ihre Reise von dem Traualtar in die Rockerbude Ganz in Weiß, mit einem Blumenstrauß, auf einer Bühne zu stehen und bewundert zu werden. Noch immer bedeutet die Trauung für viele ein großes Ereignis, mit strahlenden Augen das „Ja“-Wort zu sprechen, um den Bund fürs Leben zu schließen. Dass viele Menschen die Ehe mit romantischen Vorstellungen wie Liebe und Zärtlichkeit verbinden, ist eine Entwicklung des 18. Jahrhunderts. In Wirklichkeit war die Ehe ursprünglich eine pragmatische Angelegenheit, die sich im Laufe der Geschichte als Institution etabliert und in allen Kulturen verbreitetet hat. Mit diesem Beitrag möchte ich keinesfalls einen Excursus in die Geschichte der Ehe führen, eher möchte ich mir die Frage stellen: Wie sich die zeremonielle Form der Eheschließung, also der Trauzeremonie in unserer Zeit entwickelt, welche Einflüsse tragen dazu bei, dass sich der Trend von dem verbindlichen und in religiösen Kreisen eingebetteten Trauritual zu der freien (freigestalteten) Trauung sich so rasant entwickelt. Weg vom Pfarrer und hin zum Freien Theologen Es wäre ohnehin falsch, „Versäumnisse“ vonseiten der religiösen Verbände als Argument zu bringen, um das Phänomen der freien Trauung zu erklären. Viele Brautpaare trauen sich in letzter Zeit jedoch nicht mehr vor dem Altar, in Anwesenheit eines Priesters/Pastors, weder in der Kapelle noch draußen im Freien – angenommen die eine oder andere Denomination es auch zulassen würde. Es ist nicht länger aktuell, es ist einfach nicht „cool“. Wer braucht denn noch Verbindlichkeiten, die aus einer gezwungenen Zugehörigkeit entstehen? So fing es irgendwann mit den Freien Theologen an. Sie haben Erfahrung, brachten sogar eine angemessene Ausbildung oder Theologiestudium mit, sie sahen sich aber nicht mehr (warum auch immer) an die Kirche gebunden, sie lehnten die liturgischen Vorschriften ab. Und dennoch, sie beanspruchten den Tiefgang und sogar eine gewisse Verbindlichkeit wessen Wurzel in der Überzeugung lag, dass Selbstbestimmung wichtiger als die Dogmen sei. Dieser erste Schritt der “Befreiung“ löste vor ca. zehn Jahren einen richtigen Boom aus. Viele, die aus der Kirche ausgetreten waren und sich nicht länger betreut fühlten, sahen darin einen Ausgang, um Taufe, Trauung ja sogar ein feierliches Bestattungsritual für Angehörigen zu bekommen. Weil selbstschaffende Theologen sich sowohl für kirchlich-ähnliche wie auch für weltliche Ritualgestaltung offen zeigten und frische Ideen einbrachten, entwickelte sich die Freie Trauung immer mehr zum Life-Style-Ereignis und gewann peu à peu an Beliebtheit. Die Trauung ist aus dem Schatten des Kirchenturms hinausgetreten. Der Freie Theologe mutiert zum Redner Die Medien greifen das Thema an. Gut geeignet für die nachmittägliche Tele-Unterhaltung werden nun Formate entwickelt die echte Gefühle zeigen sollten. „Love is in the air“ sells. So tauchen nun selbsternannte freie Theologen in ungewöhnlichsten Posen und Locations, mit bahnbrechenden Reden in Fernsehen und in Berichten der Fachpresse auf. Der Beruf des „Zeremonienleiters“ „Hochzeitsredners“, des “Trauredners“ und des „Zeremonie-Designers“ ist geboren. Eigentlich nichts Neues, wenn man drüben auf den neuen Kontinent schaut. Der Begriff „Freier Theologe“ ist nicht weiter notwendig, „Trauredner“ ist das neue Wunderwort auf zahlreichen Online-Plattformen. Die Trauung ist multimedial geworden. Jeder darf Zeremonienleiter sein Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, […]

HANDFASTING

WAHRHEIT UND MYTHOS „HANDFASTING“ Haben Sie sich jemals gefragt, woher der Begriff “tying the knot” (das Binden des Knotens) kommt? Fast jeder kennt den Film „Braveheart“ und die Szene im Wald, in der die Hände des Hauptdarstellers Mel Gibsons und seiner Geliebten mit einem Tartanstreifen gebunden werden? Die Zeremonie der Hände als Bestandteil des Hochzeitsrituals gewinnt zunehmend an Popularität. Ich denke, dass Paare sich gerne entscheiden, dieses Ritual in die Zeremonie einzubeziehen, um mit ihrer Feier der Familie und den Freunden ihre Persönlichkeit und ihre Absichten zu verdeutlichen. Es freut mich sehr, wenn Paare dieses Ritual in die Trauzeremonie integrieren wollen. Und obwohl das Binden der Hände als liturgische Handlung immer Teil der kirchlichen Zeremonie war, gewinnt die schottische Variante des Handfasting eine größere Akzeptanz auch dank der filmischen Erzählungen wie im Fall des Braveheart Trailers. Wer sich für eine transzendental-dogmatische Interpretation der Ehe entscheidet, findet sowieso die zeremonielle Lösung – meist ein fest vorgeschriebener Hochzeitsritus – innerhalb der Traditionen seiner Kirche. Ich bin als Freier Theologe nicht auf eine Religion ausgerichtet, aber ich bin offen und unterstütze den Glauben und die Vorstellungen meiner Paare. Insofern bin ich sehr glücklich, beliebige Rituale einbauen zu dürfen, die Paare gerne hätten. Schließlich würde ich niemals jemanden aufgrund seiner persönlichen Überzeugungen ausschließen wollen. Doch ein Handfasting-Ritual ist keinesfalls eine Art „Stand-Alone-Angebot“ unter vielen. Es ist eine symbolträchtige Geste, die schon in der Antike von den Paaren praktiziert wurde, um ihr Engagement oder ihre Ehe zu symbolisieren. Die Händezeremonie findet ihren Platz mittendrin:  Nach der Einführung und Begrüßung der Hochzeitsgäste, folgt eine aufklärende Lektüre und eine persönliche Ansprache oder Predigt, anschließend kommt das Treueversprechen und der Ringtausch. Die Eheleute können ihre Trauringe austauschen und dann fragt der Zelebrant einen geladenen Gast oder Trauzeugen, ein Band (oder mehrere bunte Bänder) nach vorne zu bringen und legt dieses/e über ihre Hände. Nun kann, je nach Wunsch, auch der Segen gesprochen werden. Sobald alle Bänder über die Handgelenke gelegt sind, wird ein Gast gewählt, um die Bänder zusammen in einem Knoten in Form des Unendlichkeitszeichens ∞ um die Hände des Paares zu binden. Am schönsten und emotionalsten wirkt es, wenn die Eltern diese Aufgabe übernehmen und selbst den Segen für ihre Kinder aussprechen. So können die Gäste das Geschehen nach dem in unserem mitteleuropäischen Raum meist verbreiteten Usus verfolgen. Keine Sorge! Die Bänder werden entfernt, nachdem die Zeremonie zu einem Ende gebracht worden ist, damit das glückliche Paar den Rest ihres speziellen Tages genießen kann. Die farbigen Bänder bleiben jedoch für immer als Andenken gebunden, und können im Haus als schöne Erinnerung aufbewahrt werden. Treten Sie mit mir in Verbindung, wenn Sie mehr Informationen über die Zeremonie der Hände oder andere alternativen Hochzeitsideen wünschen. Zurück

MEINE PERSONALISIERTE TRAUZEREMONIE

MARTINA UND JEAN FRANCOIS – I HAVE ALWAYS KNOWN IT WAS YOU.. Text: Marina Jenewein Fotos: Julia & Gil Eines Tages weiß man, das ist die Person, mit der man den Rest seines Lebens verbringen möchte. Auch wenn sich die Wege vorerst trennen mögen, wenn man für einander bestimmt ist werden sie sich wieder kreuzen – und zwar dann wenn man es am wenigsten erwartet. Das erlebten auch Jean Francois aus Montreal uns seine Martina – heute sind sie frisch verheiratet und überglücklich dem Schicksal vertraut zu haben. Nach nur einem gemeinsamen Jahr ging Jean Francois zurück nach Kanada und es mussten drei lange Jahre vergehen ehe sie sich völlig unerwartet wieder gegenüber stehen sollten. Auf den romantischen Heiratsantrag in den Bergen Österreichs folgte wenige Monate später eine Traumhochzeit wie aus dem Bilderbuch auf dem Bayrischen Gut Sedlbrunn. Es war nicht nur wie geschaffen für das Hochzeits-Motto Rustic Bohemian, es bot auch unzählige ungewöhnliche Plätzchen für Trauung, Empfang und Dinner. Eine Zeremonie unter Bäumen mit selbstgeschriebenen Gelübden, ein engagierter Pfarrer der seine rührende Predigt in drei Sprachen hielt, emotionale Dankesreden an Freunde und Familien sowie liebevoll selbstgemachte Details und Geschenke machten aus diesem Tag ein unvergessliches Erlebnis… Weiter lesen auf hochzeitsguide.com Die Location bot genau das, was sie suchten, war außerdem nicht weit vom gemeinsamen Wohnort entfernt und ausgestattet mit genügend Gästezimmern, für die teils weit angereisten Gäste. Das Wetter spielte mit und so konnte die Zeremonie hinter dem Gut unter Schatten spendenden Bäumen vor einer Pferdekoppel stattfinden. Der Pfarrer Inocentiu Fron  meisterte die Trauung in Englisch, Deutsch und Französisch ohne Doppelungen, aber auch ohne, dass sich jemand fühlte, als würde er nichts verstehen… Weiter lesen auf Lovebirds.de – Der Hochzeitsblog für Hochzeitskonzeption und Dekoration

DIE ALTERNATIVE TRAUZEREMONIE

Gerne entwerfe ich Eure Zeremonie gemeinsam mit Euch und führe diese an Eurem Wunschtermin durch. Eure Trauung kann verschiedene Formen nehmen: Ihr könnt Euch zwischen einer kirchlich-ähnlichen Zeremonie, einer spirituellen oder einer weltlich-humanistischen entscheiden – im klassischen, modernen oder postmodernen Stil, locker oder festlich. Im Unterschied zum Standesamt, das an seine Formalitäten gebunden ist, bzw. zu Kirchen, die ein fest vorgeschriebenes Ritual befolgen, strahlt eine freie Trauung dadurch, dass es den Traum zweier Partner in eine ausdrucksstarke Feier des Ja-Wortes kleidet. Hier entstehen Emotionen, weil sich zwei Menschen zu ihrer Liebe bekennen und diese vor ihren Familien und Freunden öffentlich machen. Es ist ihr persönliches Charisma, das an der Oberfläche auftaucht, weil sie es Liebe-voll ernst mit ihrem Leben meinen. Ihre Absicht in einer freien Zeremonie zum Ausdruck zu bringen, erfordert sehr viel Mut und wenn sie in diesem besonderen Augenblick sich trauen, mit eigenen von Herzen ausformulierten Versprechen, das Ja-Wort zu geben, dann strahlt eben diese Freude hinaus. Die Gäste spüren es, ich aus nächster Nähe am stärksten. In welcher Weise Ihr als Paar Euer JA-Wort-Erlebnis anderen mitteilen möchtet, ist mehr als relevant, denn wer das Herz nicht erreicht, kann den Verstand auch nicht erobern. Insofern sind Eure eigenen Ideen und Eure autobiographischen Informationen sehr wichtig, diese können Lücken schließen und die Vollständigkeit der Rede gewährleisten. Mitglieder Eurer Familie oder Freunde können ebenfalls miteinbezogen werden, soweit sie dies wünschen. Hochzeitsansprache, Treueversprechen-Formulierungen, Musikstücke, Gebete oder Texte aus der Literatur werden Euch vorgeschlagen und ein genauer Zeremonie-Ablauf wird Euch als Orientierungshilfe zur Verfügung gestellt. So könnt Ihr Euch vorab schon ein Bild von Eurem schönsten Tag im Leben machen. Ich freue mich, mit Euch in Ruhe über Eure Hochzeit zu plaudern und mit Euch ein fantastisches Fest gestalten zu dürfen.

DIE WILLKOMMENSZEREMONIE / TAUFE

„Wie schön, dass du geboren bist, …“  trifft als Geburtstagslied die Stimmung vieler Eltern. Ihr wollt Euer Glück mit den engsten Angehörigen feiern, wollt danken, dass Schwangerschaft und Geburt gut überstanden wurden, wollt die offene Zukunft mit den besten Wünschen ausstaffieren, Euer Kind den anderen vorstellen, und vieles mehr. Kirchen bieten aus diesem Anlass meist nur eine klassische Taufe und verleiben sich dabei mit strengen Ritualregeln den neuen Erdenbürger ein. Eine Willkommensfeier realisiert dagegen Eure persönlichen Vorstellungen: mal als Segensfeier, mal als Namensgebungsfest, mal als Ritual zur Öffnung der Sinne, mal als mit freierem persönlicheren Charakter – wie auch immer. Mein Erfahrungsschatz in Sachen Rituale als Theologe und Eure ganz individuelle Vorstellung können dem Kind eine einmalige Begrüßung bereiten – ein erstklassiges Fest, an das man sich gern erinnert. Übrigens: da im Prinzip jeder Mensch gültig taufen kann, gibt es Fälle, wo so eine Taufe auch von Kirchen anerkannt wird. Ort und Zeit einer Willkommensfeier bestimm Ihr allein, es soll ja ein Ritual sein, dass in vielen Facetten Eure Handschrift trägt – wie Euer Kind ja auch! Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte und trotzdem, muss man die Menschen „live“ erleben, um sie erst richtig kennen zu lernen.