WIE VIEL KOSTET EIN TRAUREDNER?

Hochzeitsboom und Preislisten Vor zwei Tagen war es, als in meinem E-Mail-Postfach fast gleichzeitig zwei Anfragen landeten. Die erste Anfrage fing so an: „Schicken Sie uns Ihre Preisliste [..] Wir würden gerne drei Termine im Juni 2020 vorerst blocken“. Die zweite Anfrage lautete: „Ihre Homepage hat uns sehr gut gefallen – wir würden Sie gerne treffen. […] Damit wir planen können, würden wir Sie bitten, uns Ihren Preis mitzuteilen“. Die erste Anfrage habe ich kurz beantwortet – Meine Preisliste fängt ab 1.750 Euro an +, + und +. Die Antwort kam nach sehr kurzer Zeit: „Leider haben wir uns für einen anderen Redner entschieden“. GsD! Das ist gewiss nicht mein Preis – mit dem Satz verscheuche ich erfolgreich solche Preislisten-Touristen. Das zweite Paar habe ich zu mir eingeladen, um uns gegenseitig kennenzulernen. Der Preis stand nicht im Vordergrund, sondern der Mensch, mit dem man zuallererst Vertrauen aufbauen sollte. Heute waren sie da, genau SIE, die ich aus ihrer E-Mail – zwischen den Zeilen – als meine Zielgruppe ablesen konnte. Wir haben festgestellt: Ich war für sie derjenige, den sie gesucht hatten. Sie waren für mich diejenigen die ich sehr gerne trauen würde. Offen konnte ich ihnen erklären, wer ich bin, was ich tue und warum ich es tue. Ganz am Ende haben wir noch das Thema Vergütung besprochen. Mein Preis (den ich als human bezeichne) war für sie in Ordnung. Leider werden Paare wie dieses immer seltener. Früher waren Hochzeitswillige selektiver, sie wussten, wen sie suchten. Falls ein Termin bereits vergeben war, machte ich mir die Mühe, einen passenden Kollegen für sie zu finden und habe die Anfrage weitergeleitet. Heute flattern in mein Postfach Sätze wie: „Wieviel kostest du?“. Diese beantworte ich nicht mehr, oder nur kurz: „Ich bin unbezahlbar“… „Check24-Mentalität“ nannte ein Kollege und guter Freund von mir dieses Phänomen. Nur auf den ersten Blick gut für Kunden (Heiratswillige), aber auf jeden Fall schlecht für diejenigen, die noch nicht verstanden haben, dass sie sich aus der Masse abheben und eine eigene Nische finden müssen. Spezialisten statt Generalisten. Starke Profile statt Floskeln.

MUSIKWÜNSCHE & TOP TRAUUNG-SONGS

Ihr heiratet also, und ihr plant die Zeremonie aber ihr seid noch nicht sicher, welche Musik ihr für die Trauzeremonie wählen solltet? Bekannte Songs, bringen unvergessliche, einzigartige Momente. Ob adaptierter Text oder im Original, ob weiblicher oder männlicher Song, Dein Wunsch wird individuell realisiert, damit dein traumhaftes feierliches Ereignis einmalig bleibt. Nachfolgend findet ihr eine kurze Liste traditioneller und moderner Lieder für jeden Teil der Zeremonie: Einzugsmusik: gespielt, wenn das Brautpaar angekündigt und/oder die Braut zum Altar/Ort der Zeremonie geführt wird: Bridal Chorus (Here Comes The Bride) – Wagner – Wenn ihr an eine Hochzeit denken, kommt euch dieses instrumentale Lied wahrscheinlich als erstes auf den Gedanken. Arrival of the Queen of Sheba – Handel – Dieses helle und lebhafte, nicht klassische Stück, das 1749 in London uraufgeführt wurde, ist ein weiteres traditionell geschätztes Einzugsstück. Only You – Joshua Radin – Dieses Yazoo-Cover ist ein melodisches Liebeslied mit einer weichen Männerstimme, das garantiert keine Augen trocken lässt. Craig Armstrong – Glasgow Love Theme – Der Komponist Craig Armstrong, der 2003 für den Einzug in Love Actually geschrieben hat, sagte, „dieses Lied wiederspiegelt die unerwiderte Liebe.“ Wie im Kino eben. Canon In D – Pachelbel – Der langsame Klassiker mit Violine, ideal für Brautjungfern, die den Gang hinunterlaufen. How Long Will I Love You – Ellie Goulding – Wieder so ein Stück Klassik. Can’t Help Falling in Love With You (cover) – Haley Reinhart – Nach dem dritten Platz auf American Idol machte Haley diesen 1961er Elvis Presley-Hit zu einem jazzigen Frauengesang, der für einen Extra-Gum-Werbespot ausgewählt wurde und weltweit Millionen von Ansichten gewann. Here Comes The Sun – Sleepy Time Players – 1969 von George Harrison während eines kurzen Urlaubs geschrieben, um vom Drama des Lebens zu erzählen Ein Gänsehaut-Song. Musik während der Trauung: wird gespielt während der Zeremonie, um die Highlights-Momente zum Ausdruck zu bringen: A Thousand Years – Christina Perri – schöne weibliche Stimme mit einem großen Crescendo-Playback, um alle in Stimmung zu bringen – hier in einer hervorragenden Interpretation. All Of Me – John Legend – melodische Männerstimme, die das unaufhaltsame Aufgeben der Liebe in einer Beziehung zum Ausdruck bringt – sehr beliebt. Ave Maria – Schubert – Wie in Disneys Fantasia zu hören ist, hilft diese ruhige und klassische Frauenstimme dabei, alle Aufmerksamkeit auf die anstehende Aufgabe zu lenken. Better Together – Jack Johnson – Ausgereifte männliche Stimme über das Wissen, dass ein Paar in der perfekten Beziehung befindet, die den Fuß zum Klopfen bringt und den Körper swingen lässt – wie in der Interpretation erwähnt. God Gave Me You – Blake Shelton – beiläufiger Country-Lied über Wertschätzung der Liebe und des Zusammenseins – interessante Geschichte hier. I’m Yours – Jason Mraz – Hawaiianisches Gefühl, entspannende Männerstimme mit einer Ukulele, erklärt, wie man seine eigene Meinung im Leben akzeptiert. Jesu, Joy Of Man’s Desiring – Bach – Dieses klassische Lied mit Streich- und Horn- Crescendos aus dem Jahr 1723, lässt euch wie Könige fühlen. Make You Feel My Love – Adele – Ein weibliches Standard-Lied, das ursprünglich […]

WAS IST EINE FREIE TRAUUNG?

Ausgiebige Recherchen und die Suche nach Informationen im Internet sind für die meisten von uns zur täglichen Routine geworden. Wer in den heutigen Tagen seine Hochzeit plant und sich auf die Suche nach Dienstleister für seinen schönsten Tag begibt, geht standardgemäß ins Internet und googelt. Tippt man das Keyword „hochzeit“ in der Suchleiste ein, bekommt man innerhalb von Millisekunden ungefähr 98.400.000 Ergebnisse: Alles für den schönsten Tag – Location, Floristen, Band, Schmuck, und… „was ist eine Freie Trauung?“ Wieso erscheint der Begriff so oft in Frageform?Ganz simpel. Auf zahlreichen Plattformen und Internetseiten von Trauredner gibt es den obligatorischen Standard Beitrag, der uns erklärt, was das ist. Immer unter der Rubrik: „Was ist eine Freie Trauung?“ Ich verzichte also auf meine eigene erleuchtende und überflüssige Erklärung und möchte mir in Negativform die Frage stellen: Was eine „Freie Trauung“ nicht ist. Ein BeispielDie deutsch-amerikanische Hochzeit am Comer See letztes Jahr: Der italienische DJ wusste wenig darüber, was hier gleich passieren wird. Er zeigte mir die Song-Liste und fragte mich erstaunt, was ich bei der Veranstaltung für eine Funktion innehabe. Ich erklärte ihm, dass ich eine „Freie Trauung“ (it:matrimonio libero) durchführen werde. Seine Reaktion war, als wäre ich von einer anderen Galaxie gelandet…Nun war „Freie Trauung“, trotz mot-à-mot-Übersetztung, kein Begriff für ihn. Also musste ich ihm eben erklären, was eine „Freie Trauung“ nicht ist. Keine Hochzeitsparty nach der Kirche, keine elegante Feier unter Freunden am Ufer des Comer Sees, keine Junggesellen Abschiedsparty, keine Bridal-Shower-Party oder Ähnliches. Auch die Synonyme, die mir einfielen, halfen nicht weiter. Schließlich erklärte ich ihm, dass die Braut aus Amerika kommt und dort ist es in der Mode, nicht in einer Kirche zu heiraten. „OK, un matrimonio all’americana!“. Das wusste er: Eine „Trauung auf amerikanische Art“. Und wie oft werden solche „amerikanische Hochzeiten“ am Comer See gefeiert, wollte ich wissen. „Bei uns heiraten Leute in der Kirche“, war seine lapidare Antwort. Und mir wurde abermals bewusst, wie toll es sei, in einem Land zu leben, wo interkulturelle, interkonfessionelle und humanistische Bewegungen sich treffen und gegenseitig beeinflussen. Etwas „Freies“ zu gestalten, ja sogar eine Trauung durchzuführen – die traditionellerweise nur von den Kirchen bzw. Standesämter zu vollziehen seien – ist Realität geworden. Euer Theologe und Trauredner,

MEINE PERSONALISIERTE TRAUZEREMONIE

MARTINA UND JEAN FRANCOIS – I HAVE ALWAYS KNOWN IT WAS YOU.. Text: Marina Jenewein Fotos: Julia & Gil Eines Tages weiß man, das ist die Person, mit der man den Rest seines Lebens verbringen möchte. Auch wenn sich die Wege vorerst trennen mögen, wenn man für einander bestimmt ist werden sie sich wieder kreuzen – und zwar dann wenn man es am wenigsten erwartet. Das erlebten auch Jean Francois aus Montreal uns seine Martina – heute sind sie frisch verheiratet und überglücklich dem Schicksal vertraut zu haben. Nach nur einem gemeinsamen Jahr ging Jean Francois zurück nach Kanada und es mussten drei lange Jahre vergehen ehe sie sich völlig unerwartet wieder gegenüber stehen sollten. Auf den romantischen Heiratsantrag in den Bergen Österreichs folgte wenige Monate später eine Traumhochzeit wie aus dem Bilderbuch auf dem Bayrischen Gut Sedlbrunn. Es war nicht nur wie geschaffen für das Hochzeits-Motto Rustic Bohemian, es bot auch unzählige ungewöhnliche Plätzchen für Trauung, Empfang und Dinner. Eine Zeremonie unter Bäumen mit selbstgeschriebenen Gelübden, ein engagierter Pfarrer der seine rührende Predigt in drei Sprachen hielt, emotionale Dankesreden an Freunde und Familien sowie liebevoll selbstgemachte Details und Geschenke machten aus diesem Tag ein unvergessliches Erlebnis… Weiter lesen auf hochzeitsguide.com Die Location bot genau das, was sie suchten, war außerdem nicht weit vom gemeinsamen Wohnort entfernt und ausgestattet mit genügend Gästezimmern, für die teils weit angereisten Gäste. Das Wetter spielte mit und so konnte die Zeremonie hinter dem Gut unter Schatten spendenden Bäumen vor einer Pferdekoppel stattfinden. Der Pfarrer Inocentiu Fron  meisterte die Trauung in Englisch, Deutsch und Französisch ohne Doppelungen, aber auch ohne, dass sich jemand fühlte, als würde er nichts verstehen… Weiter lesen auf Lovebirds.de – Der Hochzeitsblog für Hochzeitskonzeption und Dekoration

Die freie Trauung und die Architektur

Ist eine Freie Trauung nur darum „frei“, weil die rituellen Handlungen im Freien stattfinden? Ich würde sagen, nein! Durch die Wahrnehmung vieler Heiratswilligen ist mittlerweile der Eindruck entstanden, dass die Freie Zeremonie nur im Freien stattfinden sollte. Wenn das Wetter, beispielsweise nicht mitmacht, kippt die Stimmung. Dafür möchte ich in diesem Beitrag, die Vorteile eines „Innenraums“, der nicht „nur“ die Funktion hat, vom schlechten Wetter zu schützen, zeigen.    Jedes Gebäude ist ein Körper. Man spricht ja auch von “Baukörper”. Diese “Raum-Volumen-Verdränger” prägen natürlich den verbleibenden “Zwischen-Raum”, d.h. sie hinterlassen einen Eindruck, ein Gefühl, eine Stimmung, eine Emotion, wenn man sich mit seinem physischen Körper als Mensch in diesen “Zwischen-Raum” begibt. Es findet ein Informations- und Energieaustausch statt, der unmittelbar und spontan abläuft und oft sogar unbewusst bleibt. Bei Gebäuden (Architektur) ergibt sich noch eine weitere Komponente daraus, dass ich hineingehen kann. Sie sind auch konkave Körper. D.h. der von der Gebäudehaut begrenzte Raum bildet nach innen ein wahrnehmbares Volumen, einen “Hohlraum”, eine Höhle. Es ist, als ob ich mich in das Innere eines Körpers bewege. Was ich also empfinde, ist, einen Hohlraum zu betreten, der wiederum mit Körpern (Skulpturen, Gegenstände, Bilder und Menschen) besetzt ist. Durch die entstehende Dynamik des Informationsaustauschs kann ich unmittelbar und machtvoll mittels unserer Körperwahrnehmung kommunizieren. Damit meine ich auch z.B. den Weg des Paares (Einzug) durch einen Raum und die Begegnung mit den einzelnen Stationen dieser Abfolge, das Abhalten eines Rituals als Liturgie innerhalb eines begrenzten Raums. Das Abhalten einer “konfessionsfreien Liturgie” also eines konfessionsfreien Rituals in einem von mir gestalteten Raum ist sicher eine sehr spannende Sache. Ich mache – in dafür geeigneten ungewöhnlichen Räumen – die Geschichte des Brautpaares zugänglich für die anwesenden Menschen, indem ich alle diese haptischen Reize der Kommunikation zur Geltung bringe. Es entsteht dadurch für das Ehepaar eine doppelte Liturgie gewissermaßen, eine “Zeremonie innerhalb der Liturgie des Raums”.