Trauredner auf Schloss Neuburg am Inn

Eine meiner ersten Trauungen fand im Schloss Neuburg am Inn statt. Damals wohnte ich noch in Passau, wohl noch nicht wissend, dass ich – ein paar Jahre später – genau hier in unmittelbarer Nähe dieses Schlosses am Inn meinen Hauptwohnsitz haben werde. Die Burg thront gegenüber der Burg Wernstein hoch über dem Inntal an der Grenze zu Österreich. Sie war einst Sitz der reichsunmittelbaren Grafschaft Neuburg. Das Schloss wurde 1050 von den Grafen von Formbach einige Kilometer innabwärts ihrer Stammburg erbaut. Sie benannten sich seither nach Neuburg. Heute ist Schloss Neuburg am Inn eine beliebte Location für Trauungen. Die imposante Burganlage wurde 1503–1550 durch den Passauer Baumeister Wolf Huber im Renaissancestil umgestaltet und eine weitläufige Gartenanlage wurde angelegt. Der Weg zur Vorburg führt von Norden durch den Blumengarten mit Grotte. Die Burg ist von einer Ringmauer umgeben, die mit drei Ecktürmen und einem Torturm bewehrt ist. Über eine Brücke aus dem Jahr 1707 gelangt man in die Hauptburg. Die gotische Burgkapelle, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, bietet sowohl für kirchliche wie auch für freie Trauungen eine traumhafte Kulisse. Die sogenannten Schönen Säle, die den ältesten Renaissance-Dekor nördlich der Alpen zeigen, können als Alternative (falls das Wetter nicht mitspielt) zum Feiern bestenfalls dienen. Im Salettl sind Fresken von Fritz Seitz von 1537 erhalten. Weitere Säle sind der große Rittersaal, der Weiße Marmor-Saal und der Rote Marmor-Saal. Wenn das Wetter es erlaubt, können Trauzeremonien im Barockgarten durchgeführt werden: Mehrere Callot-Figuren umrahmen den Weg, der zum Garten-Pavillon mit Muschel-Grotte führt, ein stilvolles Bauwerk, das von Batista Carlone und Giovanni Sforzza gestaltet wurde. Was für ein wunderbares Setup für eine Trauzeremonie im Freien! Nach der Trauung können die Hochzeitsgäste einen Spaziergang um die Burganlage herum über einen Rundweg durch den Wald machen.

Wedding School

Teil 1: B2B – Beruf2Berufung Durch die vor einiger Zeit auf FB entdeckten zwei Aussagen einer angehenden Traurednerin sehe ich mich wiedermal veranlasst, dieses Thema in einem Posting zu behandeln. Inzwischen wurde die Formulierung korrigiert, darum hier nur ein Zitat (aus Erinnerung): „Da jeder als (Hobby) Redner bei einer Trauung die Rede halten kann, braucht man eigentlich keine Ausbildung dazu“ […] und „Ich habe eine Traurednerausbildung mit IHK-Abschlusszertifikat absolviert“. Dieser Antagonismus hat mich platt gemacht, hier zwei Schlussfolgerungen: 1. Wenn eine*er keine Ausbildung brauch, braucht er*sie auch kein Abschlusszertifikat. 2. Wenn eine*er ein Zertifikat erworben hat und danach meint, man braucht keine Ausbildung, entwertet er*sie sein*ihr erworbenes Zeugnis – IHK hin oder her. Wer ist der Trauredner? Eine Analyse. Drei klassische Roots sind ursprünglich zu betrachten. Die des Pfarrers, der traditionsgemäß Leute im Namen des „Gott-Vaters “ in die Ehe katapultierte. Die des Standesbeamten, der Eheleute im Namen des „Vater-Landes“ in die Ehe bestätigte und auch die des Humanisten, der im Namen einiger „Väter der Philosophie“, Pärchen ins humane Eheglück förderte. Um es im weihnachtlichen Jargon auszudrücken, waren es immer diese 3 am Werk: der Heilige Nikolaus (aus Bayern), der Weihnachtsmann (aus Amerika) und Väterchen Frost (vor allem im Osten aktiv). Drei Personas mit gleicher Mütze. Wer der Erfinder des modernen Trauredner-Modells ist, ist umstritten. Jeder beansprucht für sich, das Modell erfunden zu haben. Nun ist doch egal, wer es erfunden hat. Zu betrachten ist die sehr dynamische Entwicklung und die Vielfalt in der Eheschließungsbranche. Nischen wurden von Journalisten, Pädagogen, Krankenschwestern, Beratern, Fluglotsen, Schauspielern, Sänger – sogar Bänker stiegen um, bis zur Friseurin die mit haarsträubenden Reden begeistert, besetzt. Und jeder bringt seine Talente mit, was in der immensen Nachfrage nach freien Trauungen widerspiegelt. Alles klar! Nun sich selbst abzuwerten und sagen: „weil jeder als Hobby-Redner bei einer Trauung die Rede halten kann, braucht man eigentlich dazu keine Ausbildung“, ist sogar einem freien Geist wie mir zu viel abverlangt. Wie es dazu kommen konnte? Das erzähle ich am 3. Adventswochenende. Denn ich knüpfe mir das Thema „Wedding School“ an. Teil 2: Wedding School “The Russian writer Dostoyevsky said: “To enter marriage is to enter a school of love.” That is right, you “enter” marriage, you don’t just arrive, or go in, or begin. No, you “enter.” You enter in the proper way, with a certain formality, dignity, and forethought.” Dieser Absatz stammt aus einer Hochzeitsansprache eines englischen Freundes, eine Ansprache die mich später prägte. Dostoyevsky beschreibt die Ehe in dem er sie mit einer „school of love“ vergleicht. Sicher, er meinte damit „das Lernen in der Partnerschaft“ und nicht eine real existierende Schule. Ich nehme ein paar Schlüsselwörter daraus die für diejenigen gelten, die sich vorgenommen haben, Trauredner auszubilden. Eine „school“ betritt man (you enter). Man betritt die Schule in geeigneter Weise (in the proper way). Das heißt vorbereitet sein, mit allen Qualitäten die der Beruf des Ritualgestalters verlangt: Charisma, künstlerische Fähigkeiten, Idealismus, Balance und Empathie und vor allem Kommunikationstalent. Zeremonien durchführen ist Medium, man kann dadurch viel Positives transportieren aber […]

DAS 2. JA-WORT / ERNEUERUNG DES VERSPRECHENS

Jubiläen sind immer ein Anlass, den Alltag anzuhalten, dankbar zurück- und hoffnungsvoll vorauszuschauen. Mit einer besonderen Zeremonie gebt Ihr Eurer Silbernen oder Goldenen Hochzeit oder Eurem besonderen Jahrestag den Rahmen, der diesem Jubiläum auch angemessen ist. Ich gestalte mit Euch eine feierliche Zeremonie, die dem Anlass gerecht wird und Euch und Euren Lieben die Möglichkeit gibt, Eure Freude und Euren Dank zum Ausdruck zu bringen. Macht Ihr Euer Jubiläum zu einem unvergesslichen Ereignis! Ob bei Euch zuhause, an Eurem Lieblingsort oder in einer exklusiven Location – Ich feiere mit Euch wo, wann und wie Ihr möchtet. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte und trotzdem, muss man die Menschen „live“ erleben, um sie erst richtig kennen zu lernen.

Die freie Trauung und die Architektur

Ist eine Freie Trauung nur darum „frei“, weil die rituellen Handlungen im Freien stattfinden? Ich würde sagen, nein! Durch die Wahrnehmung vieler Heiratswilligen ist mittlerweile der Eindruck entstanden, dass die Freie Zeremonie nur im Freien stattfinden sollte. Wenn das Wetter, beispielsweise nicht mitmacht, kippt die Stimmung. Dafür möchte ich in diesem Beitrag, die Vorteile eines „Innenraums“, der nicht „nur“ die Funktion hat, vom schlechten Wetter zu schützen, zeigen.    Jedes Gebäude ist ein Körper. Man spricht ja auch von “Baukörper”. Diese “Raum-Volumen-Verdränger” prägen natürlich den verbleibenden “Zwischen-Raum”, d.h. sie hinterlassen einen Eindruck, ein Gefühl, eine Stimmung, eine Emotion, wenn man sich mit seinem physischen Körper als Mensch in diesen “Zwischen-Raum” begibt. Es findet ein Informations- und Energieaustausch statt, der unmittelbar und spontan abläuft und oft sogar unbewusst bleibt. Bei Gebäuden (Architektur) ergibt sich noch eine weitere Komponente daraus, dass ich hineingehen kann. Sie sind auch konkave Körper. D.h. der von der Gebäudehaut begrenzte Raum bildet nach innen ein wahrnehmbares Volumen, einen “Hohlraum”, eine Höhle. Es ist, als ob ich mich in das Innere eines Körpers bewege. Was ich also empfinde, ist, einen Hohlraum zu betreten, der wiederum mit Körpern (Skulpturen, Gegenstände, Bilder und Menschen) besetzt ist. Durch die entstehende Dynamik des Informationsaustauschs kann ich unmittelbar und machtvoll mittels unserer Körperwahrnehmung kommunizieren. Damit meine ich auch z.B. den Weg des Paares (Einzug) durch einen Raum und die Begegnung mit den einzelnen Stationen dieser Abfolge, das Abhalten eines Rituals als Liturgie innerhalb eines begrenzten Raums. Das Abhalten einer “konfessionsfreien Liturgie” also eines konfessionsfreien Rituals in einem von mir gestalteten Raum ist sicher eine sehr spannende Sache. Ich mache – in dafür geeigneten ungewöhnlichen Räumen – die Geschichte des Brautpaares zugänglich für die anwesenden Menschen, indem ich alle diese haptischen Reize der Kommunikation zur Geltung bringe. Es entsteht dadurch für das Ehepaar eine doppelte Liturgie gewissermaßen, eine “Zeremonie innerhalb der Liturgie des Raums”.